Differenzierung von familiären Bindungen

Aus Sicht der Bindungstheorie (Bowlby 2001) sichern Bindungen das soziale Überleben des Menschen und sind darüber hinaus Teil seiner Identität. Das Bindungsbedürfnis ist angeboren und bereits in den ersten Lebensmonaten wird eine Bindung zu Fürsorgepersonen aufgebaut, die in der Regel ein Leben lang besteht. Werden Bindungen in der Kindheit unterbrochen, beispielsweise durch den Tod eines Elternteils, durch missbräuchliches Verhalten der Eltern oder durch die Herausnahme des Kindes aus der Familie kann dies zu Entwicklungs- und Persönlichkeitsstörungen oder zu intensivem Trauererleben führen (Bowlby ebd. S. 62ff).

Die Analyse von Form und Qualität familiärer Bindungen ist deshalb in verschiedenen Beratungszusammenhängen von großer Bedeutung: bei der Planung von Jugendhilfeprozessen, bei Adoption, bei Herausnahme eines Kindes aus seiner Familie oder wenn es darum geht, Ressourcen in Familien aufzuspüren und Trennungsprozesse professionell zu begleiten.

Die Skalierungsscheibe als Instrument zur Differenzierung von familiären Bindungen

Die Stärke der Skalierungsscheibe liegt in der Visualisierung der familiären Beziehungskomplexität, das heißt der räumlichen Darstellung von wichtigen Bindungen des Klienten zu anderen Familienmitgliedern. Alle Familienmitglieder des Klienten erhalten auf der Skalierungsscheibe einen Platz. Damit werden alle gewürdigt und der Klient bleibt in Loyalität zu seiner Familie.